Anonyme Coins IV – Verge

coin-trainer-2018-06-anonyme-coins-verge
Anonyme Coins – Verge

Wie ihr in unserer ersten Ausgabe (Monero) dieser Reihe nachvollziehen konntet, eignet sich der Bitcoin aktuell nur bedingt dazu, Transaktionen wirklich anonym zu tätigen. Doch wie lösen privacy Coins diese Situation? Dazu gibt es verschiedene Ansätze, aus welchem Grund es mittlerweile mehrere Kryptowährungen gibt, die eine absolute Anonymität versprechen.Wir legen in dieser Reihe den Fokus ausschließlich auf die Anonymisierungs-Funktionen der Coins. Heute stellen wir euch Verge vor:

Verge

Verge Logo
Verge Logo

 

Ähnlich wie bei Zcash besteht bei Verge eine Wahlmöglichkeit, ob man Transaktionen in diesem Netzwerk öffentlich, oder verdeckt durchführt. Daher lautet das Motto auch: „Privacy as a choice“ (auf deutsch: Privatsphäre als Wahlmöglichkeit.) Diese Technologie nennt sich dort Wraith Protocol (Geister-Protokoll):

 

Verge Wraith Protocol (Quelle: https://medium.com/verge-currency-xvg/what-is-the-wraith-protocol-bd1dfb289cda)
Verge Wraith Protocol (Quelle: https://medium.com/verge-currency-xvg/what-is-the-wraith-protocol-bd1dfb289cda)

Privatsphäre als Wahlmöglichkeit:

Die Grafik veranschaulicht das Wraith Protocol und deren Konsequenzen ganz gut:
Oben steht Alice, die 1.000 $XVG (Verge-Einheiten) an Bob (ganz unten) senden möchte und John (in der Mitte) möchte diese Transaktion auslesen. Auf der linken Seite ist der Vorgang abgebildet, wenn Alice sich für den öffentlichen Weg (public ledger) entscheidet. Auf der rechten Seite der private, verdeckte Weg (private ledger). Beide Optionen sind auf ein und derselben Verge-Blockchain und Alice hat also die Wahl, das Wraith Protocol individuell an- oder auszuschalten. Über den öffentlichen Weg sieht John dann Pseudonyme, ähnlich wie bei Bitcoin. Auf der Blockchain lässt sich für ihn dann nachvollziehen: Wer (Alice), Wieviel (1.000 $XVG), an Wen (Bob) gesendet hat. Wohingegen beim privaten Weg mit Verge für John maximal der Betrag von 1.000 $XVG zu sehen ist, aber nicht Wer (Alice) diese Summe an Wen (Bob) gesendet hat.

In beiden Fällen erfolgt die Übertragung der Transaktion bei Verge über das Tor-Netzwerk, sodass die IP-Adressen von Alice und Bob in jedem Fall unterdrückt werden. Aber was ist Tor überhaupt?

Tor- und I2P Integration:

Tor ist ein Netzwerk-Protokoll, mit dem Nutzer bspw. in einem bestimmten Tor-Browser anonymisiert miteinander kommunizieren können. Die Funktionsweise ähnelt dem Zwiebelprinzip, weil dieses Netzwerk in mehrere Schichten unterteilt ist: Wenn Alice sich via Tor zu Bob verbinden möchte, installieren sie dafür ein Tor-Programm auf ihren Rechnern. Gleichzeitig wird eine Liste mit allen Tor-Servern bereitgestellt, sodass eine Verbindung ins Tor-Netzwerk hergestellt werden kann. Der Rechner von Alice verbindet sich dann mit einem Netzwerk-Teilnehmer des Tor-Netzwerks, der wiederum mit einem Anderen und so weiter. Bis ein Weg über beliebig viele und zufällig ausgewählte Rechner zu Bob führt. Die verbundenen Rechner kennen sich nicht, sind verschlüsselt und anonymisiert miteinander verbunden. Nun besteht die Verbindung von Alice, über mehrere unbekannte Rechner zu Bob. Diese Verbindungen zu den Zwischenrechnen, also die Rechner zwischen Bob und Alice, ändern sich zudem in regelmäßigen Zeitabständen, sodass für einen außenstehenden nicht nachvollziehbar ist, welcher Teilnehmer gerade über welchen Weg mit Wem verbunden ist.

Erweitert werden soll das Tor-Netzwerk in Zukunft auch um I2P (Invisible Internet Project – unsichtbares Internet Projekt): Einem Netzwerk das ähnlich wie Tor funktioniert, nur ohne Server auskommt, weil es P2P (peer-to-peer – von Rechner zu Rechner) miteinander kommuniziert. Die Kombination dieser Technologien ermöglicht den Anwendern von Verge eine neue Art von Privatsphäre. Denn das erhöht nicht nur den Grad an Anonymität, sondern auch den Grad an Sicherheit.

RingCT:

Was ihr in unserem ersten Teil über Monero schon kennengelernt habt, steht bei Verge noch auf der Roadmap. Die sogenannten RingCTs (verdeckte Ring Transaktionen) sollen auch hier zum Einsatz kommen und dafür Sorgen, dass im Verge-Netzwerk die Beträge auf der Blockchain nicht mehr ersichtlich sind.

Wie ihr seht bietet auch Verge ein umfassendes Konzept, um die Privatsphäre ihrer Nutzer zu gewährleisten. Die oben beschriebenen Technologien sind teilweise sehr kompliziert und tiefgreifend. Wenn ihr Unterstützung bei der Einrichtung eines Wallets benötigt, helfen wir euch gerne mit unseren Online-Trainings.

 

 

Vielleicht gefällt dir auch